Bildung, Kunst und Kultur in Paraguay
Bildungsniveau und Schulausbildung
Das Bildungsniveau der Bevölkerung Paraguay ist mittelmäßig. Die paraguayische Kultur setzt sich hauptsächlich aus der Tradition der Guaraní und Spanier sowie jüngerer argentinischer, deutscher und italienischer Beiträge zusammen. Da Paraguay lange Zeit von äusseren Einflüssen relativ isoliert war, haben sich viele kulturelle Eigentümlichkeiten, die von den spanischen Eroberern, Handwerkern und Jesuitenmissionaren im 16. und 17. Jahrhundert eingeführt worden waren, bis heute erhalten.
Seit 1998 beträgt die allgemeine Schulpflicht neun Jahre.
Viele Schulpflichtige verlassen die Schule jedoch schon vorzeitig, um einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Der Alphabetisierungsgrad liegt bei 97,2 Prozent. Es gibt zwei Universitäten, die Nationaluniversität (1890) und die katholische Universität (1960); beide befinden sich in Asunción.
In Paraguay unterrichten rund 400 deutschsprachige Lehrer die rund 8 000 Schüler in der deutschen Sprache. Deutsche Schulen gibt es außerhalb der Mennonitenkolonien auch in Obligado, Ciudad del Este, Asunción, Independencia, Concepción usw.
Bei der Zentralstelle für Auslandsschulwesen ist als einzige deutsche Schule das
Colegio Goethe in Asunción aufgeführt.
Die Concordia Schule in Asuncion ist aber mindestens gleichwertig bzw. derzeit die einzige wirklich deutsche Schule in Paraguay.
Kunst
In der paraguayischen Literatur nehmen Geschichtsschreibung und juristisches Schrifttum einen herausragenden Platz ein. Zu den berühmtesten paraguayischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts zählen Juan Natalicio Gonzalez und Manuel Ortiz Guerrero.
Seit frühester Zeit haben die Guaraní einfache Blas- und Schlaginstrumente benutzt, vor allem Holzflöten, Pfeifen, Rasseln und Glocken. Gitarren und Harfen, die von den frühen spanischen Siedlern ins Land gebracht wurden, sind die Grundinstrumente der zeitgenössischen paraguayischen Musik. Zu den ältesten Formen der Volksmusik zählt die Polka. Die Guarania, ein Anfang des 20. Jahrhunderts kreiertes Lied zu einer eingängigen Melodie, ist das erste Musikstück, das sich von der spanischen kolonialen Tradition abhebt.
Vieles in der paraguayischen Kunst wurzelt in der religiösen Tradition. Die bildende Kunst hat daher ihren Platz oft in der Ausstattung von Kirchen. Frühe Beispiele indianischer Kunst und spanischen Barockstiles sind Heiligenfiguren an Ziergiebeln und Kanzeln oder prächtige, holzgeschnitzte Hochaltäre.
Bekannteste zeitgenössische Maler sind Alborno und Juan Samudio. Das bekannteste kunstgewerbliche Erzeugnis Paraguays ist ñandutí, eine überaus feine Spitze.
Kultur und Kultureinrichtungen
Der Ateneo Paraguayo, ein führendes Kulturzentrum, stellt finanzielle Mittel für Kunstausstellungen und Konzerte (auch Oper) bereit. Die Guaraní-Kultur wird von der Akademie für Sprache und Kultur der Guaraní, vom indianischen Verein Paraguays und vom Guaraní-Theater gefördert.
Die bedeutendsten Bibliotheken und Museen befinden sich alle in Asunción. Dazu gehören das Nationalarchiv, die amerikanische Bibliothek des Nationalmuseums der Schönen Künste, das neben Büchern vor allem Gemälde und historische Gegenstände beherbergt, sowie die Bibliothek der paraguayischen Gesellschaft der Wissenschaften. Bekannte Kulturstätten sind darüber hinaus das ethnographische Museum und das militärhistorische Museum.
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