Wirtschaft
Der wichtigste Wirtschaftszweig Paraguays ist die Landwirtschaft, auch wenn seit den siebziger Jahren der Industriesektor beträchtliche Zuwachsraten verzeichnet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 7 741 Millionen US-Dollar (1999; Dienstleistungen 44,6 Prozent, Industrie 26,2 Prozent, Landwirtschaft 29,1 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Kopf von 1 440 US-Dollar.
Landwirtschaft
In der paraguayischen Wirtschaft stehen Ackerbau und Viehzucht an erster Stelle. Etwa 5 Prozent der Bevölkerung arbeiten im Agrarsektor. Während die ausgedehnten Grasfluren des Gran Chaco nahezu ausschließlich weidewirtschaftlich genutzt werden, wird östlich des Paraguay vorwiegend Ackerbau betrieben. Hauptanbauprodukte sind Sojabohnen, Maniok, Baumwolle, Zuckerrohr und Getreide. Die Rinderhaltung konzentriert sich eher auf die Fleischproduktion als auf die Milchwirtschaft. Sozial problematisch ist die Besitzstruktur, die noch immer durch Großgrundbesitz geprägt wird.
Forstwirtschaft und Fischerei
Ungefähr 58,8 Prozent (2000) der Gesamtfläche von Paraguay sind bewaldet, zur Gewinnung von Ackerland werden jedoch häufig Wälder gerodet. Weite Waldgebiete werden forstwirtschaftlich genutzt. Forstwirtschaftliche Produkte sind neben Holz Tannin und Petitgrain, ein Öl, das zur Parfumherstellung verwendet wird. Die Fischerei in den großen Strömen ist dagegen eher unbedeutend.
Bergbau
Der Bergbau spielt in Paraguay keine große Rolle. Zwar sind Erdöl-, Eisenerz-, Manganerz-, Steinsalz- und andere Minerallagerstätten nachgewiesen, sie werden aber nur in geringem Umfang abgebaut. Lediglich die Förderung von Kalkstein wird intensiver betrieben.
Industrie
Die industrielle Produktion beschränkt sich weitgehend auf die Verarbeitung land- und forstwirtschaftliche Güter. Vorherrschende Zweige sind Holz- und Fleischverarbeitung, Gewinnung pflanzlicher Öle sowie Herstellung von Süßwaren und Fruchtsäften. Darüber hinaus gibt es Textil- und Glasfabriken sowie ein Zementwerk. 22 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Industrie beschäftigt.
Verkehrswesen
Die verkehrsmäßige Erschließung des Landes ist in weiten Teilen noch unzureichend. Lange Zeit bildeten die 2 900 Kilometer Binnenwasserstraßen (hauptsächlich die Flüsse Paraná und Paraguay) die wichtigsten Verkehrswege für den Gütertransport. Das Straßennetz umfasst 29 500 Kilometer, wovon nur rund 10 Prozent asphaltiert sind. Paraguay ist an den Pan-American Highway angeschlossen;
der Trans-Chaco Highway verbindet Asunción mit Bolivien.
Asunción hat einen 1980 fertig gestellten internationalen Flughafen;
staatliche Luftverkehrsgesellschaft ist die Líneas Aéreas Paraguayas
(LAP).
Energie
99,79 Prozent der gesamten elektrischen Energie Paraguays werden
in Wasserkraftwerken erzeugt.
Das große Itaipú-Projekt am Paraná, ein Staudamm zur Erzeugung
elektrischer Energie, wurde 1984 eröffnet.
Bei Projekten zur Energieerzeugung kooperiert Paraguay eng mit
den Nachbarstaaten.
