Paraguay

Lange Haftstrafen nach Brand in Einkaufszentrum

Zwölf Jahre Haft für Verantwortliche der Katastrophe mit vierhundert Toten und sechshundert Verletzten - Mildes Ersturteil hatte Unruhen ausgelöst

Asuncion - Ein Gericht in Paraguay hat am Samstag drei Männer zu zwölf Jahren Haft verurteilt, die durch ihr Verhalten beim Brand in einem Einkaufszentrum den Tod von 400 Menschen verschuldet hatten. Die Richter erhöhten damit das Strafmaß von fünf Jahren, das sie im Dezember 2006 verhängt hatten. Das als zu milde empfundene Urteil hatte damals Ausschreitungen in den Straßen ausgelöst.

Der Eigentümer des Einkaufszentrums, Juan Pio Paiva, dessen Sohn Victor sowie ein Wachmann hatten nach dem Ausbruch des Feuers im August 2004 in der Hauptstadt Asuncion sämtliche Türen verriegelt, um Plünderungen zu verhindern. Von den 2.000 Menschen, die sich damals in dem Zentrum aufhielten, erstickten oder verbrannten 400, weitere 600 wurden verletzt. Der Fall hatte im ganzen Land großes Aufsehen erregt. Vor der Urteilsverkündung am Samstag war ein großes Sicherheitsaufgebot rund um das Gerichtsgebäude aufgezogen. Das Urteil wurde live in Fernsehen und Hörfunk verlesen.

Die Sprecherin einer Opferorganisation bezeichnete das Urteil immer noch als zu mild. "Das ist eine Schande, sie sind für den Tod von 400 Menschen verantwortlich und bekommen winzige Strafen", sagte Liz Torres, Sprecherin einer Opferorganisation. (APA)

Quelle: derStandard.at - Wien, Österreich, am 3.02.2008

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