Paraguay

Die heimliche Staatschefin Paraguays

Wer hat die Macht in Paraguay?

Wenn auch die paraguayische Mentalität, mit ihrer starken Tendenz zu Aberglauben und Hang zur Glorifizierung nebst traditioneller Obrigkeits-Gläubigkeit was kirchliche Würdenträger betrifft, dazu führte, dass der katholische Ex-Bischof Fernando Lugo zum Staatsoberhaupt Paraguays gewählt wurde, so trägt dennoch heute inoffiziell eine Frau die Hosen der Macht in Paraguay.

Botschafterin Liliana Ayalde

Unter Eingeweihten gilt es als erwiesen, dass die nordamerikanische Botschafterin in Paraguay, Liliana Ayalde, die wirkliche Macht hinter dem Thron ist, als eine Art General-Überwacherin und sozusagen als Pro-Konsul der Reichsregierung, der nicht einmal Fernando Lugo selbst, das Wasser reichen kann.

Vorgestern reiste Fernando Lugo per Flugzeug in Begleitung der US-Botschafterin Liliana Ayalde nach San Pedro del Paraná. Liliana Ayalde, die als die eigentliche Chefin des Gefolges gilt, begleitete den Ex-Bischof und seine Gruppe, bestehend aus den Arbeitsministern Efraín Alegre und Rafael Filizzola, den Kommandanten der National-Polizei Federico Acuña und dem Kommandanten des Geleitschutz-Regimentes des Präsidenten Cnel. Fredy Amarilla.

Die merkwürdige Gewohnheit mysteriöser Sitzungen und geheimer Beschlüsse

Die mysteriösen Sitzungen des Staatspräsidenten Fernando Lugo, die mehr Zweifel als Antworten hinsichtlich seiner Führungsrichtung an der Spitze der Regierung wecken, sind mittlerweile ein gewohntes Bild. Am Dienstag empfing er in seiner offiziellen Residenz eine Gruppe von Kongressmitgliedern aus den Vereinigten Staaten von Amerika, angeführt von Elio L. Angel. Angel ist Mitglied der Repräsentanten-Kammer der demokratischen Partei in New York und gleichzeitig Präsident des Unterausschusses des Komitees für Auslandsbeziehungen mit der westliche Halbkugel.

Geheime Beschlüsse

Die Geheimniskrämerei hinsichtlich des Treffens mit den Kongressmitgliedern ist nichts neues in der Handlungsweise Lugos, der am 20. April 2008 die Präsidentschaftswahlen gewann, wobei der damalige US-Botschafter James Cason eine vermittelnde Rolle und die Geldmittel für den Wahlkampf, finanziert von der USAID, eine ganz besonders wichtige Rolle spielten.

Das bisherige Hauptinteresse der Presse jedoch galt dem Zusammentreffen Lugos mit Hugo Chávez, und man ignorierte komplett und gekonnt die von Uribe unterzeichneten Dokumente, obwohl sich Lugo mehrmals mit ihm traf, ohne dass dies bei irgend jemandem Misstrauen hervorrief. Niemals wurden die Vereinbarungen mit den USA in Frage gestellt oder nach Gründen geforscht, die den Kleriker-Präsidenten Paraguays dazu bewegten, sich mit George W.Bush zu treffen, der unter der Last seines Prestige -Verlustes schwer litt.

Die paraguayische Presse informierte am Freitag, dem 5. September 2008, dass die Botschafterin der U.S.A. in Paraguay, Liliana Ayalde, den Innenminister Rafael Filizzola aufsuchte, um ihm Vorschläge zu unterbreiten.

Bei dieser Gelegenheit brachte die Vertreterin George W. Bushs das Interesse ihres Landes zum Ausdruck, die Programme zur Sicherheit Paraguays “zu unterstützen und zu begleiten“. Die Diplomatin schloss eine Kooperation zur Stärkung der nationalen Polizei nicht aus.

Sie bemerkte außerdem: „Es wurde über grundsätzliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Regierungen gesprochen und auch über einige mögliche zukünftige Themen“. Es sei ebenfalls über eine „mögliche Unterstützung der Polizeikräfte“ diskutiert worden.

Wenige Wochen später reisten der paraguayische Staatschef und sein Innenminister nach Kolumbien, wo die Botschafterin Ayalde das USAID Büro leitete, um Vereinbarungen mit Alvaro Uribe zu unterzeichnen.

Quelle: mediaquell - Unabhängige globale und lokale Nachrichten - Deutschland am 15.02.2009

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