Horb / San Bernardino Paraguay
Sie lernen täglich Land und Leute kennen – und es wird dabei wahrlich nicht langweilig. Auswanderer-Familie Lauß fühlt sich in der neuen Heimat Paraguay »immer wohler«, wie Vater Michael berichtet.
Am 9. September hatten Michael und Marika Lauß mit ihren drei Kindern Sebastian (11), Leon (6) und Lena-Marie (2) ihre alte Heimat Altheim verlassen, um in San Bernardino in Paraguay ein neues Leben zu beginnen. Nun fiebert die Familie ihrem großen Fernsehauftritt entgegen. Ein Filmteam war die ersten Tage dabei. In der Serie »Goodbye Deutschland« spielt die Horber Familie heute Abend eine Hauptrolle (VOX, 20.15 Uhr).
»Es ist ein Land der Gegensätze und doch ein Land der Freiheit«, fasst Michael Lauß die Erfahrungen der ersten Wochen zusammen. Ein Stück zusätzlicher Freiheit hat sich Michael Lauß vergangene Woche gekauft: eine Enduro, ein schickes Motorrad. Damit ist er nun noch flexibler unterwegs, um täglich nach einem geeigneten Grundstück für die geplante Seniorenresidenz Ausschau zu halten. Einige Grundstücke kommen in die engere Auswahl.
»Es ist kein Touristenland «
»Es ist kein Touristenland – nein. Es gibt noch nicht einmal Weg beschreibende Schilder. Dennoch sind die Hauptverbindungsstraßen weitestgehend gut ausgebaut und stets asphaltiert. Nebenverbindungsstraßen sind oftmals mit Kopfsteinpflaster ausgelegt, die man jedoch auch gut und relativ zügig befahren kann«, erzählt der Altheimer. Die Entfernungen seien natürlich etwas größer als man sie von Europa gewohnt ist. »Doch ist dieses Weitreichende das, was dieses Land ausmacht.«
Bisher war die Familie sehr eingespannt in den aufregenden Alltag. Seit vergangener Woche gehen die beiden Söhne in die Vorschule: »Es war die sinnvollere Variante, da beide noch kein Spanisch sprechen und die Sprache besser in einer Art Spielgruppe zu lernen ist, als im bloßen Unterricht, in dem sie sowieso nichts verstehen.« Zusätzlich erhalten sie noch Privatunterricht. In Paraguay dauert das Schuljahr von Februar bis Ende November, sodass das neue Schuljahr für Sebastian und Leon eigentlich erst beginnt. Auch der Wortschatz der Eltern nimmt zu.
Bei so viel Neuem tat es gut, dass die Familie auch einmal ein bisschen Zeit für sich hatte. Sie besuchten Itaipu, eine Stromstadt, das größte Wasserkraftwerk der Welt. Ein beeindruckendes Bauwerk, das mithilfe von deutschen Firmen aufgebaut wurde. Die Fahrt an der »Routa« zwischen Asunción (Hauptstadt) und Ciudad del Este (Wasserfälle und Itaipu) gab nur einen kleinen Einblick in die landschaftliche Vielfältigkeit und beeindruckende Vegetation von Paraguay. »Es ist ein Land, in dem ich mir vorstellen kann, dass man sogar nach 20 Jahren längst nicht alles gesehen und erlebt hat. Das ist eben Abenteuer pur«, erzählt Lauß und lacht.
Quelle: Schwarzwaelder-bote am 13.10.2009
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