Paraguay

Zwei Monate auf Mission in Paraguay

Mission in Paraguay

Es gibt sie noch, die freudigen jungen Menschen mit Idealen und missionarischem Eifer. Für zwei Monate weilte die 21jährige Madelaine Ristau jetzt in Paraguay, um „in einer netten Mädel-WEG in Asuncion“ das Wort Gottes zu verbreiten.

Was für die gebürtige Hernerin auch im Alltag als Kauffrau für Wohnungswirtschaft nichts außergewöhnliches ist, übt sie ihren Beruf doch nur halbtags aus, um genügend Zeit zu haben, um ehrenamtlich als Inlandsmissionarin der Zeugen Jehovas in Herne und Bochum tätig sein zu können.

Nun tauschte sie ihr bequemes Herner Domizil mit eher spartanischen Lebensbedingungen in Südamerika. Nach 21 Flug- und Reisestunden erreichte Madelaine Ristau über Düsseldorf, Paris, Rio de Janeiro und Sao Paulo ihr Ziel, eine deutschsprachige Siedlung 500 Kilometer von der paraguayanischen Hauptstadt Asuncion entfernt.

„Ob eine Sache gelingt, erfährt du nicht, wenn du darüber nachdenkst, sondern wenn du es ausprobierst“: Die ehemalige Strünkeder Realschülerin hatte zur Vorbereitung einen Spanischkurs an der Volkshochschule absolviert.

Die Strapazen, die mit der Missionstätigkeit in einem solch abgelegenen Entwicklungsland verbunden sind, „wurden bei weitem wieder aufgewogen durch den Kontakt zu den freundlichen, einfachen Menschen, die Wertschätzung für die Botschaft der Bibel haben.“ Die junge Hernerin: „Für diese Menschen ist das älteste Buch der Menschheit etwas Kostbares und so geachtet wie eine menschliche Autorität. Es bereitet große Freude, direkt Gottes Wort zu zitieren und dabei ihre freudigen Gesichter zu sehen.“

Übrigens klingelten Madelaine und ihre etwa gleichaltrigen Mitstreiterinnen in Paraguay nicht an den Haustüren, sondern klatschten in die Hände, um sich bemerkbar zu machen. Elektrische Klingeln gibt es dort nicht, wohl aber trotz des enormen Gegensatzes zwischen Armut und Reichtum viel Geduld, Hilfsbereitschaft und eine erstaunliche Sauberkeit.

Madelaine Ristau: „Ich habe es natürlich als etwas Besonderes empfunden, so weit weg von Zuhause auf der Straße mit deutschen Kinderliedern empfangen zu werden. Oder wenn ich einen Sitzplatz im Bus angeboten bekommen habe. Solche Freundlichkeiten sind in unserer hektischen Welt selten geworden.“

Quelle: Herner Feuilleton, 26.09.2007

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