Mit Pama-Technologie wird Altes wieder neu
Freiberger Papiermaschinen GmbH will sich mit einer Nische den Weltmarkt erobern
Freiberg. Die Pama Papiermaschinen GmbH Freiberg drängt auf den Weltmarkt. Laut Geschäftsführer Andreas Roth soll der Auslandsumsatz bis 2010 von derzeit 20 Prozent auf 60bis 70 Prozent steigen. Die Expansion will das Unternehmen vor allem in einer Marktnische schaffen: dem Umbau von alten Maschinen zu neuen, ausgerüstet mit Freiberger Technologie.
Wechsel im Management
Diese neue Firmenstrategie verdankt das Unternehmen auch einem Wechsel im Management. Seit Sommer dieses Jahres führt der Wiener Andreas Roth gemeinsam mit dem ehemaligen technischen Direktor Tomas Noelle die Geschäfte. Bereits 2005 steigt der österreichiche Anlagen- und Rohrleitungsbauer Kresta mit ins Pama-Boot, stockte seine Beteiligung im Juni dieses Jahres auf und hält jetzt den Hauptteil. Kresta hat sich auf dem Papiermaschinenmarkt bereits erfolgreich etabliert. Den Rest der Anteile hat noch eine österreichische Beteiligungsgesellschaft.
Derzeit arbeitet die Pama an einem 6-Millionen-Euro-Auftrag. Die GmbH baut eine Schweizer Papiermaschine für Paraguay in Südamerika um. Die Anlage, die für Wellpappe ausgelegt war, soll künftig Rohpapier für Gipsputz herstellen. Neue Technik in vorhandene zu integrieren, bezeichnet Roth als besonders anspruchsvoll. Hier liege die Spezialisierung, mit der sich das Unternehmen auch den russischen Markt erobern will. Doch die Freiberger strecken ihre Fühler sogar nach Taiwan und China aus. „Wir haben bereits Klinken geputzt, Vertretungen aufgebaut sowie Referenzprojekte platziert“, beschreibt Noelle die Aktivitäten.
Mittlerweile hat die Pama in Frankreich den Fuß in der Markttür. Für ein französisches Unternehmen entwickelten die Freiberger einen neuen Stoffauflauf für eine Maschine, die technische Filter auf Glasfaserbasis herstellt. „Stoffaufläufe sind das Herzstück jeder Papiermaschine und bestimmen maßgeblich die Qualität des Endproduktes mit“, erläutert Noelle. Die Franzosen seien so zufrieden gewesen, dass sie für ihr zweites Werk in den USA einen weiteren Teil in Freiberg entwickeln ließ.
Investition in die Forschung
Für Roth und Noelle ist dieser technologische Sprung in eine Marktnische ein Zukunftsgarant, in den das Unternehmen weiter investieren will. So sollen nicht nur etwa eine Million Euro in eine neue Anlage zur Edelstahloberflächenbehandlung und in Software für rechnerunterstützte Konstruktion (CAD) gesteckt werden. Auch auf die Qualifizierung der Mitarbeiter setzen die Geschäftsführer. 110 Festangestellte sowie 135 Leiharbeiter arbeiten in der Pama. Dabei wird es laut Roth nicht bleiben, denn mit der Expansion werden weitere Mitarbeiter mit guten Sprachkenntnissen gebraucht. „Um unsere Position zu sichern und auszubauen, müssen wir kräftig in die Forschung und Entwicklung investieren“, so Roth.
Dann könnte die Firma das Ziel realisieren, die 17 Millionen Euro Umsatz Ende dieses Jahres auf 30 Millionen bis 2010 zu steigern. Roth ist optimistisch: „Die Auftragslage ist gut. Das nächste dreiviertel Jahr sind wir ausgelastet.“
Quelle: Freie Presse - Chemnitz, Sachsen, Deutschland am 25.11.2007
