Regierungspartei nach 61 Jahren besiegt - Ex-Bischof gewinnt Wahl in Paraguay
Bei der Präsidentenwahl in Paraguay hat der Oppostitionskandidat die Sensation geschaft. Er gewinnt gegen die Regierungspartei, die 61 Jahre am Stück im Amt war.
Die Kandidatin der Regierungspartei in Paraguay, Blanca Ovelar, hat ihre Niederlage bei der Präsidentschaftswahl eingeräumt. Wahlsieger ist nach vorläufigen Ergebnissen der ehemalige Bischof Fernando Lugo, der ein linksgerichtetes Oppositionsbündnis vertritt. Die Regierungspartei hatte sich lange geweigert, den Sieg der Opposition anzuerkennen.
Spontane Feiern
Nach ersten Auszählungen bekommt Lugo 40,6 Prozent der Stimmen, Olivar 31 Prozent. In der Hauptstadt Asuncion wurden nach Bekanntgabe der Teilergebnisse Feuerwerkskörper entzündet. Zahlreiche Autos fuhren hupend durch die Strassen, tausende Anhänger Lugos versammelten sich auf einem zentralen Platz.
Grund für Freude
Lugo erklärte sich trotz der eindeutigen Zahlen zunächst noch nicht ausdrücklich zum Sieger. In einer Rede vor Anhängern sagte er in der Hauptstadt Asunción lediglich, das Wahlergebnis sei der Grund für die Freude vieler Paraguayer. Damit beginne ein neues Kapitel in der politischen Geschichte des Landes.
Der etwas andere Werdegang
Der scheidende Präsident Nicanor Duarte hatte vergeblich versucht, sich mit Hilfe einer Verfassungsänderung selbst erneut zur Wahl zu stellen. Den Protest dagegen hatte 2006 Lugo angeführt.
Der 56-jährige Ex-Bischof wechselte noch im gleichen Jahr in die Politik. In seinem Wahlprogramm sagt Lugo Armut und Korruption den Kampf an und versprach, für mehr soziale Gerechtigkeit und eine unabhängige Justiz zu sorgen.
Mit dem Wahlsieg Lugos wird sich die südamerikanische Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur künftig ausschliesslich aus Ländern mit linksgerichteten Regierungen zusammensetzen.
Während dem ersten und zweiten Weltkrieg lebte die Einwanderung deutschsprachiger nach Paraguay erneut auf.
Quelle: SF Tagesschau - Zurich, Schweiz - am 21.04.2008
